Grundlagen der Jüngerschaft – Gott vertrauen

Autor: Stefan Henger – Juli, 20026
Ich finde es nicht immer leicht, Gott zu vertrauen, dass Menschen Jesus nachfolgen. Gibt es denn kein Mittel, das wir anwenden können und es kommt zu geistlicher Frucht? Wenn ich meine Beziehungen anschaue, in die ich investiert habe, dann ist das Ergebnis unterschiedlich: manche sind gewachsen trotz meiner Fehler und andere haben Schiffbruch erlitten, obwohl ich mich sehr bemüht habe. Was also ist das Geheimnis? Kann es sein, dass es viel mehr auf Gott ankommt, als ich mir zugestehe?
Gott ist der Urheber von Veränderung, denn er schafft nicht nur unser materielles Leben als Geschöpf Gottes, sondern auch unser geistliches Leben1. Gott selbst zieht Menschen zu ihm2, das können wir nicht machen. Echtes Leben kommt nicht aus unseren Worten oder unserem Vorbild, sondern aus Gottes Wort und aus Seinem Geist, der darin spricht3. Unser geistliches Wachstum ist von Gott abhängig. Wenn etwas gelingt, dann ist Gott die Ursache dafür und selbst unser Wollen ist von Gott gewirkt4. Dazu gehört auch die Erkenntnis von Sünde, was zur Umkehr führt. Es ist alles reine Gnade, unverdient und ohne unser Zutun5.
Gibt es dann überhaupt etwas, das wir tun können oder vielleicht sogar müssen? Wenn Gott die Ursache von aller Umkehr, von geistlichen Wachstum und Liebe ist6, was ist dann unser Job? Zum einen zwingt Gott uns nicht. Er möchte, dass wir uns freiwillig ihm unterordnen, seinen Willen entdecken und auch tun; das ist wahrer Gottesdienst, an dem Gott Freude hat7. Zum anderen sollen wir selbst gute Vorbilder sein und den Glauben vorleben8. Das ermutigt und hilft. Gott hat klare Wege zum Glauben vorgezeichnet: Sündenerkenntnis, Gott um Hilfe bitte, Gott für Errettung vertrauen und dann ein Leben mit und für ihn führen. Dazu braucht es aber Gottes Wort, das verkündigt wird und Menschen, die es weitergeben9.
Ich bin also „nur“ ein Zeuge für das, was Gott getan hat. Ich berichte davon und lebe das Vertrauen zu Gott in meinem Alltag, sodass es andere sehen können. Ich brauche niemanden bekehren oder verändern. Das ist Gottes Sache. Das macht mich demütig, aber es hilft mir auch, gelassen zu sein. Gott macht seinen Job und ich soll meinen machen. Und selbst dabei hilft mir Jesus10. Ich kann loslassen und Kontrolle abgeben. Das entspannt und macht neugierig auf das, was Gott vor hat. Jesus hat uns dazu bestimmt, dass wir Frucht bringen, wenn wir an ihm bleiben11.
Ich muss an meine Freunde denken, die ich im Glauben begleite. Ja, ich nehme mir Zeit, erkläre die Bibel und helfe bei schwierigen Lebensfragen. Ich bete für sie. Aber ich habe es nicht in der Hand, ob Dora und Stan zum Glauben kommen. Ich kann Tom und Lise nicht dazu bringen, Gott im Alltag zu vertrauen und auch deren Freunde zu Jesus zu führen. Ob Ulli sein sündhaftes Leben aufgibt, liegt nicht an mir. Er macht sich damit selbst kaputt und das tut mir weh. Ich bete, rede und lebe ihm das Evangelium vor. Allein Gott macht daraus etwas Neues, das für ihn und für andere zum Segen wird.