Grundlagen der Jüngerschaft – Verantwortung tragen
Autor: Stefan Henger – Juli, 2026
„Was ist denn hier los?“ frage ich mich. Gestern war unsere gemeinsame Küchenzeile noch von dreckigen Tassen und Tellern übersät. Heute ist alles sauber. Wer hat das gemacht und warum? Wir haben keine Putzhilfe, jeder ist für sein eigenes Geschirr verantwortlich. Das klappt nicht immer. Aber eine Person hat Verantwortung übernommen und sauber gemacht. Einfach so, ohne dafür bezahlt zu werden, aus innerem Antrieb. Wow, echt gut!
Jüngerschaft ist die Lehre davon, wie wir Jesus nachfolgen sollen. Jesus hat uns dazu aufgerufen, von ihm zu lernen und seinem Beispiel zu folgen: zuerst seine Schüler1, dann auch die Schüler der Schüler2. Dabei geht es nicht (nur) um das Wissen, sondern um ein praktisches Befolgen3. Wir sollen handeln und nicht nur darüber nachdenken, diskutieren oder andere dazu auffordern: Eben so, wie der Wohltäter, der unsere Küchenzeile aufgeräumt hat, ohne großes Aufsehen, aus innerem Antrieb.
Jesus sagt, dass er der einzige Weg zu Gott ist, nur durch ihn gibt es echtes Leben jetzt und in Ewigkeit4. Das sagt Gottes Sohn, der für unsere Schuld mit seinem Leben bezahlt hat5. Keiner ist ohne Schuld, keiner ist gerecht und keiner ist perfekt6. Aber in Jesus werden wir gerecht gesprochen und bekommen das Eintrittsticket zu Gott. Die Bestätigung dafür ist, dass Jesus nicht im Grab blieb, sondern wieder lebendig wurde und jetzt lebt. Er zeigt sich mir, er hilft mir jetzt und lädt mich ein, ihm nachzufolgen7.
Weil ich Jesus kennengelernt habe, habe ich Verantwortung zum Weitergeben: durch mein Handeln soll Jesus heute gesehen werden; durch meine Worte soll Jesus heute gehört werden; durch meine Liebe sollen heute Menschen Gott kennenlernen. Ich frage mich: „Was würde Jesus sagen und tun?“ Aus der Beziehung zu Jesus lebe ich meine Beziehungen mit anderen. Was tut ihnen gut? Was hilft jemandem weiter auf dem Weg mit Gott? Wer sonst kann Menschen zu Jesus führen außer denen, die ihn kennen?
Dabei ist eigentlich einfach: Gottes Liebe ist schon in mir durch Gottes Geist, den er mir geschenkt hat8. Ich brauche mich nicht selbst anstrengen. Gott wirkt in mir. Ich muss ihm nur Raum bieten, mich von ihm verändern lassen9. Gott selbst schafft das Ergebnis, nämlich Frucht, die bleibt10. Was ich zu tun habe ist einfach Jesus zu vertrauen und ihm zu gehorchen11. Ich übernehme Verantwortung weil es aus mir herauskommt. Dabei zeigt sich Jesus der Welt durch mich, durch seine Liebe, die mich bestimmt. Ich folge Jesus nach und nehme andere mit. Gemeinsam leben wir Jüngerschaft.
Ich denke zurück an das Vorbild, das ein Unbekannter in unserer Küchenzeile zurückgelassen hat. Es gab eine Aufgabe, die erledigt werden musste. Viele haben davon profitiert. Jetzt ist es an uns, das Gleiche zu tun und für andere da zu sein. Jetzt liegt es an mir, meinen Beitrag zu leisten – aus mir heraus, weil ich das gerne tu. Ich helfe anderen Jesus nachzufolgen.