Was bedeutet Jüngerschafts-Vervielfachung bei GEM?
Europa strotzt vor Chancen. Geschichten davon, wie Gott durch sein Volk wirkt, gibt es viele — doch sie geben nur einen kleinen Einblick in das große Bedürfnis. Tatsächlich sterben in Europa Christen schneller, als neue geboren werden. Obwohl viele europäische Länder christliche Wurzeln haben, nimmt die Zahl der Nachfolger Jesu rapide ab. Europa, gefüllt mit Familien, die seit hunderten Jahren in diesen Ländern leben, und gleichzeitig mit neuen Europäern der ersten und zweiten Generation, zeigt sich als Ort, an dem sich fast unendliche Möglichkeiten zum geistlichen Wachstum eröffnen. Egal, wo jemand geboren wurde, wissen wir, dass Gott jeden einzelnen Person in Europa liebt und möchte, dass alle eine tiefere Beziehung zu ihm haben.

Damit dies geschehen kann, muss Gott wirken.
In vielerlei Hinsicht ist Gott bereits in Bewegung. Zeugnisse seines Wirkens und seiner Gnade mehren sich, wie die Geschichten der Mitarbeiter des Reiches Gottes zeigen. Und wir loben ihn für jede einzige Seele, die durch Christus Teil der Familie Gottes geworden ist. Die Beweise für Gottes Wirken sind persönlich, kraftvoll und weit verbreitet:
- Eine Atheistin fragt, was sie tun muss, um getauft und in Gottes Familie aufgenommen zu werden.
- Gläubige betreiben einen Pop-Up-Stand in der U-Bahn, servieren Heißgetränke an Pendler und beginnen Gespräche über Gott, wodurch sie eine große Zahl von Einwanderern erreichen.
- Nachdem er an einer „Discovery Bible Study“ teilgenommen hat, versucht ein noch nicht gläubiger Mann seine Freunde zu überzeugen, mit ihm gemeinsam die Bibel zu lesen und dem nachzufolgen, was sie sagt.
- Eine Teenie erfährt, dass ein Nachbar mit seiner Familie die Bibel studiert, und bringt ihre Familie dazu, ebenfalls gemeinsam die Bibel zu studieren.
- Um die oft diskriminierten Roma (auch als Zigeuner bekannt) zu erreichen, starten Einheimische Bibelstudien, die sich schließlich zu Gemeinden entwickeln.
Wir sind begeistert, solche Geschichten vom Wirken Gottes zu hören! Dennoch sehnen wir uns nach mehr.
Weitere Beweise für Gottes Wirken. Weitere Leben, die für die Ewigkeit verändert wurden. Weitere Menschen, die ihn kennenlernen und gemeinsam wachsen, um aktive Mitglieder im Leib Christi zu werden. Mehr Jüngerschaft.
Was heißt „Jünger machen“?
Wie die meisten missionsbewussten Gläubigen nehmen wir den Ruf ernst, den Jesus vor seiner Rückkehr zum Vater gegeben hat: „Geht und macht Jünger“. Wir glauben, dass dieser Auftrag über Generationen hinweg bis heute an uns weitergegeben wurde. Wenn wir begreifen, dass ein Jünger schlicht ein „Nachfolger“ ist, dann beinhaltet dieses Gebot zwei Aspekte: Erstens, neue, ungläubige Menschen dahin zu bringen, dass sie die rettende Kraft Jesu Christi annehmen. Und zweitens, gläubige Menschen herauszufordern, ihren Glauben zu vertiefen und Jesus näher nachzufolgen.
Wenn sich diese beiden Dinge entwickeln und mehr Menschen Christus annehmen und näher mit dem dreieinigen Gott gehen, dann ist das Ergebnis Gehorsam gegenüber dem ursprünglichen Gebot „Geht und macht Jünger“. Das grundlegende Prinzip? Ein Nachfolger kann eine Vielzahl werden, wenn er bereit ist zu teilen und Gott seiner Arbeit segnet. Jünger machen, die wiederum Jünger machen.
Wir sehnen uns, Teil von Gottes Bewegung in Europa und weltweit zu sein. Um jede Person, jedes Haushalt und jede Stadt für Christus zu erreichen, brauchen wir mehr als nur Addition. Wir brauchen ein Wunder von dem Gott, der vervielfacht.
Was meinen wir mit „vervielfachen“?

Wenn wir den bedrohlichen Zustand der Welt heute anschauen, insbesondere die Zahlen, die so wenige Jesus-Nachfolger in Europa zeigen, kann leicht Hoffnungslosigkeit aufkommen. Die Aufgabe ist viel größer, als wir allein durch das Hinzufügen einiger Gläubiger bewältigen könnten. Da ein einziges Leben nicht ausreichen würde, um ganz Europa (geschweige denn die Welt) zu erreichen, erkennen wir die Notwendigkeit, über das Führen einzelner Menschen zu Christus hinauszugehen. Wir streben danach, Haushalte, Familien und Gruppen zu befähigen, Jünger zu machen, die wiederum Jünger machen. Wir sind unendlich dankbar für jede Schwester und jeden Bruder, die auf welche Weise auch immer in das Reich gekommen sind — und wir sehnen uns nach mehr! Wir haben das Ziel, Jesus-Nachfolger darin auszurüsten, Jünger zu machen, damit die Frucht von Gottes Werk sich fortpflanzt. Wir sehnen uns nach mehr. In unserem Streben nach „mehr“, nach dem wir uns sehnen, setzen wir verschiedene bewährte Methoden ein und passen sie an, um Menschen die Hoffnung Christi weiterzugeben und die Zahl der Jünger zu vermehren. Ein Beispiel kommt von einigen Partnern von GEM in Osteuropa. Gott hat im Jahr 2020 mindestens 60 Schulungen zur Vermehrung von Jüngern ermöglicht, in denen mehr als 1.500 Gläubige darin geschult wurden, ihren Glauben als Lebensstil weiterzugeben. Jetzt sind diese ausgerüsteten Jünger-Macher in ihre Gemeinschaften ausgesandt worden, um die Botschaft zu verbreiten.
Wie arbeiten wir auf das Vervielfachen hin?
Was bedeutet es ganz praktisch, nach „mehr“ zu streben? Wir bemühen uns, von vom Heiligen Geist inspirierten Jüngerschaftsmodellen zu lernen, sie zu bewerten und weiterzuentwickeln, wobei wir sie an den jeweiligen Kontext, die Kultur und die Bedürfnisse vor Ort anpassen.
Wir setzen flexible Modelle und Methoden ein, die dazu beitragen können, das Reich Gottes in diesem Kampf um die Herzen und Seelen der Menschen voranzubringen. Unsere praktischen Schritte umfassen Gebet, Schulung und Zurüstung sowie Anpassung:
Gebet
Von der Liebe Christi gedrängt erkennen wir, dass der erste Schritt, um Frucht zu bringen, darin besteht, im Weinstock zu bleiben. Wir knien uns nieder im Verstand, dass nur durch eine heilige Intervention Menschen Christus finden und geistliches Wachstum möglich wird. Daher suchen wir zuerst Gottes Angesicht.
In erwartungsvoller Zuversicht bitten wir Gott, zu wirken. Dass er die Menschen Europas zum Leben erweckt. Dass er in den Herzen der Menschen eine Sehnsucht nach Jesus weckt. Dafür brauchen wir ein Wunder, und deshalb bitten wir regelmäßig und beharrlich darum. Wir dienen einem Gott der Fülle und vertrauen darauf, dass alles, was dafür nötig ist, im Überfluss bereitgestellt wird.
Diese Hingabe an das Gebet veranlasst uns nicht nur, Gott um Bewegung zu bitten, sondern auch aufmerksam auf ihn zu hören. Während Gott handelt, leitet der Heilige Geist Menschen mit geistlichem Unterscheidungsvermögen dazu an, sich aktiv an seinem Werk zu beteiligen.
Täglich verpflichtet sich GEM dazu, „mehr Arbeiter für die Ernte“ zu bitten und Orte zu suchen, an denen Gott am Wirken ist.

Zweimal im Jahr veranstaltet GEM eine 24-Stunden Online-Gebetswache. Anfang 2021 brachte der GEM-weite Tag des Gebets Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern aus der ganzen Welt zusammen, um für Gottes Eingreifen und Wirken in Europa zu beten.
In verschiedenen Ländern und Städten werden außerdem regelmäßig besondere Gebetsinitiativen organisiert, darunter Gebetsspaziergänge (oder Gebetsfahrten!), Gebetswachen rund um die Uhr, Gebetsräume und viele weitere gemeinsame Gebetsaktivitäten.
Schulung und Zurüstung
Anpassung
In vielerlei Hinsicht befinden wir uns selbst auf einem Lernweg. Wie die ersten Apostel probieren wir Neues aus und bauen tragfähige Beziehungen zu Menschen auf. Wir übertragen Erfahrungen, die wir an einem Ort gesammelt haben, auf andere Kontexte und sehen, wie Gott sie dort gebrauchen könnte. Manchmal kann ein Ansatz, der an einem Ort erfolgreich war, an einem anderen Ort völlig daneben gehen. Deshalb reflektieren wir unsere Erfahrungen, passen uns an und gehen neue Wege.
Da Europa mehr als 45 verschiedene Nationen und 160 kulturell unterscheidbare Volksgruppen enthält, kann sich die geistliche Temperatur von Ort zu Ort radikal ändern. Wir lernen aus den Erfahrungen der Vergangenheit und bleiben zugleich offen für Veränderungen, weil wir glauben, dass Gott gerade in diesen Anpassungen oft auf unerwartete Weise wirkt. In der Tschechischen Republik, Mazedonien, Ungarn und einigen anderen Ländern investieren mehrere Organisationen (darunter GEM) in Initiativen, die Medien gezielt für die Vervielfachung von Jüngerschaft zu nutzen. Anstelle traditioneller persönlicher Evangelisation werden digitale Möglichkeiten genutzt, um mit Menschen auf der Suche nach geistlichen Antworten in Kontakt zu treten, die auf herkömmlichem Weg möglicherweise nie mit dem Evangelium erreicht würden. Angesichts der Veränderungen, die die Pandemie in unserer Welt bewirkt hat, erweist sich dieser Ansatz als besonders zeitgemäße und wirksame Anpassung. Egal welches Format oder welche Methode verwendet wird. Mit großem Glauben streben wir danach, Transformation in Beziehungen zu bewirken, die ansteckend und reproduzierbar sind. Formen und Strukturen sind flexibel, da jede Nation, jede Volksgruppe und jeder Einzelne einzigartige Bedürfnisse hat, die Gott vollkommen gewachsen ist. Die Methoden mögen unterschiedlich sein, doch das Ziel bleibt dasselbe: Gott zu ehren und Europa zu erreichen, indem Jünger vervielfältigt und die Gemeinde Christi aufgebaut wird.
Was kommt als Nächstes?

Wir sind bewusst, dass die Ernte groß ist. Darum bitten wir den Herrn der Ernte, uns die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie wir dieses Werk vorbereiten, fördern und unterstützen können.
Wie Steve Addison in seinem Buch Movements that Change the World schreibt: „Missionarische Bewegungen beginnen mit Männern und Frauen, die den lebendigen Gott begegnen und sich in liebender Gehorsamkeit seinem Ruf hingeben.“
GEM möchte eine Gemeinschaft von Menschen sein, die dem lebendigen Gott begegnen und sich seinem Ruf aus Liebe gehorsam anvertrauen. Wir sind überzeugt, dass daraus Frucht entstehen wird, die unsere heutigen Vorstellungen weit übersteigt.
Die Anfragen, sich GEM anzuschließen, haben während der Pandemie deutlich zugenommen und wir setzen die Aussendung von Gottes Arbeitern in die Felder Europas fort.
Dieser Artikel wurde übersetzt von Lizzie Modrow aus: „What Is Discipleship Multiplication In GEM?“, GEM International, [LINK: https://gemission.org/what-is-discipleship-multiplication/].